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Prof. Dr. Dr. hc. mult. Knut Ipsen
Präsident des Deutschen Roten Kreuzes  

Vita

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine besondere Freude, Ihnen heute hier in Berlin anlässlich des Weltgesundheitstag 2003es namens des Deutschen Roten Kreuzes einen Willkommensgruß entbieten zu dürfen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat partnerschaftlich mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften den diesjährigen Weltgesundheitstag dem Thema "Sicherheit von Blut" gewidmet und ich danke insbesondere Ihnen, sehr verehrte Frau Bundesministerin, dass auch das Bundesgesundheitsministerium den internationalen Appellen gefolgt ist und die heutige Veranstaltung federführend organisiert hat.

Das Blutspendewesen ist eine traditionelle und satzungsgemäße humanitäre Aufgabe des Roten Kreuzes, die bereits seit den 20er Jahren von Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Regierungen rund um den Erdball wahrgenommen wird.

Das Rote Kreuz stellt mit etwa 28 Millionen Vollblutspenden pro Jahr etwa 1/3 des gesamten Weltbedarfs an Blut zur Verfügung. Grundlage hierfür sind die international anerkannten ethischen Grundsätze der freiwilligen und unentgeltlichen Blutspende, die von der Weltgesundheitsorganisation, der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusion und dem Europarat mitgetragen werden.

Das Rote Kreuz hat in zahlreichen Ländern bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Transfusionsmedizin geleistet. Dabei reichen die Tätigkeiten von der Spenderwerbung und Spenderbetreuung bis hin zur professionellen Herstellung qualitativ hochwertiger und sicherer Blutpräparate.

Auch das Deutsche Rote Kreuz identifiziert sich mit dem Blutspendewesen als humanitärem Dienst am Nächsten. Der Blutspendedienst gehört daher seit 1952 zu seinen satzungsgemäßen Aufgaben. Heute stellen 12 überregionale Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes zu etwa 80 % die Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland sicher.

Betrachtet man die Entwicklung des Blutspendewesens in der Bundesrepublik Deutschland, so ist festzustellen, dass sich das Anforderungsprofil sowie der Standard hinsichtlich Qualität und Sicherheit enorm verändert haben.

Dies möchte ich an folgenden drei Komplexen deutlich machen:

1. Die Blutspendedienste haben sich aus der historisch gewachsenen Aufgabe des Blutsammelns zwischenzeitlich zu modernen Unternehmen mit teilweise völlig anderen zusätzlichen Aufgaben verändert. Dabei hat die Sicherheit höchste Priorität. Die DRK-Blutspendedienste haben durch eigene Forschung und Entwicklung von Verfahren zur Untersuchung und Verarbeitung jeweils eine Schrittmacherfunktion ausgeübt, um stetig die Qualität der Blutpräparate und deren Sicherheit zu erhöhen.

Diese Beispiele belegen, dass das Deutsche Rote Kreuz einen nennenswerten Beitrag zur Sicherheit von Blutpräparaten geleistet hat und noch leistet und damit dem Gesundheitswesen in der Bundesrepublik Deutschland dient.

2. Das Deutsche Rote Kreuz ist der einhelligen Auffassung, dass die Aufgaben der Transfusionsmedizin von den Blutspendediensten weiterhin nur mit höchster Professionalität sowie mit modernen medizinischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Konzepten erfüllt werden können. Deshalb müssen sich die DRK-Blutspendedienste im Rahmen der Entwicklung der modernen Transfusionsmedizin und Hämotherapie insbesondere bezüglich der Aktivitäten von Forschung und Entwicklung auch weiterhin frei bewegen können.

3. Alle Aktivitäten im Blutspendewesen sind nur dann möglich, wenn stets genügend Mitbürger ihr Blut spenden, um den Patienten zu helfen, die dringend darauf angewiesen sind.

Die Blutspendedienste sind nach wie vor Bindeglied zwischen Spender und Patient. Zur Unterstützung der humanitären Aufgabe des Blutspendewesens sind sie dringend auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Rotkreuzgliederungen angewiesen, die die Spender anwerben und betreuen.

Für die DRK-Blutspendedienste stehen neben den Anforderungen an Qualität und Sicherheit stets die Rotkreuzspezifischen Grundsätze, das heißt die Unentgeltlichkeit der Blutspende, der Einsatz freiwilliger Helfer und die Bindung an das Gemeinwohl als Ziele im Vordergrund.

Der heutige Weltgesundheitstag soll mit dazu beitragen, diese Anliegen weiter zu verbreiten und zu unterstützen. Ich wünsche der Veranstaltung einen guten Verlauf.


Curriculum vitae

Name: Prof. Dr. Dr. hc. mult. Knut Ipsen

Adresse: Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Friedrich-Ebert-Allee 71,
53113 Bonn

09.06.1935 Geboren in Hamburg

seit 1974 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht (Völkerrecht) an der Ruhr-Universität Bochum; Berufung zum SS 74, Ernennung zum Ordentlichen Professor am 21.05.1977

1975 - 1980 Mitglied und Völkerrechtsberater der deutschen Regierungsdelegation - auf der Genfer Konferenz über die Neubestätigung und Fortentwicklung des in bewaffneten Konflikten anwendbaren humanitären Völkerrechts - auf der UN-Konferenz über das Verbot bestimmter, unnötige Leiden verursachender konventioneller Waffen, Genf

1979 - 1989 Rektor der Ruhr-Universität Bochum

seit 1988 Direktor des Instituts für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum

1991 - 1993 Gründungsrektor der Europa-Universität VIADRINA in Frankfurt / Oder

seit 1994 Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.


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