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Bildmotiv: Grafik Mutter und Kind

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Die Botschaften

Weltgesundheitstag 2005:
Fakten, Forderungen und Aktivitäten

Aus internationaler Sicht:

Fakten:

An Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt sterben weltweit jährlich mehr als eine halbe Million Frauen. 99 % von ihnen leben in Entwicklungsländern. Von 1.000 lebend geborenen Kindern sterben in Entwicklungsländern innerhalb des ersten Lebensjahrs mehr als 80. In den Industrienationen sind es dagegen noch etwa fünf Kinder.

Forderungen:

Die Mütter- und Kindersterblichkeit bis 2015 weltweit um zwei Drittel zu reduzieren - das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO schon zum Jahrtausendwechsel zu einem so genannten Millenniumsziel erklärt. Um diese Forderung im angepeilten Zeitrahmen zu erreichen, müssen alle Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft darauf verwendet werden; insbesondere in Entwicklungsländern müssen staatliche Aktivitäten verstärkt sowie besser verzahnt und koordiniert werden. Der Weltgesundheitstag 2005 stellt hierbei den Abschluss einer ersten Etappe und den Auftakt für weitere weltweite Impulse dar.

Aus nationaler Sicht:

In Deutschland wird sich der Weltgesundheitstag 2005 auf zwei besonders wichtige Handlungsfelder der Gesundheitsförderung für Mütter und Kinder konzentrieren:

In beiden Bereichen konnte bislang das Präventionspotenzial nicht zufrieden stellend ausgeschöpft werden.

Prävention des (Passiv-)Rauchens in der Schwangerschaft/Familie:

Fakten:

Rund 32 % der 15- bis 44-jährigen Frauen bezeichnen sich laut der Mikrozensus-Erhebung des Statistischen Bundesamtes als Raucherinnen. Zu Beginn der Schwangerschaft rauchen über 30 % der Frauen, ein Drittel gibt innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate das Rauchen wieder auf, aber immerhin raucht etwa jede fünfte Schwangere während der gesamten Schwangerschaft - 7,5 % der Schwangeren konsumieren mehr als zehn Zigaretten am Tag. Und das, obwohl Rauchen in der Schwangerschaft nachweislich für 15 % aller Frühgeburten verantwortlich ist. Aber auch das Risiko einer Totgeburt sowie für zahlreiche Erkrankungen der Kinder, wie zum Beispiel Atemwegserkrankungen, Asthma und Allergien, erhöht sich durch das Mitrauchen. Zum Beispiel steigt das Risiko, dass das Baby im ersten Lebensjahr am plötzlichen Säuglingstod stirbt, um das 8,5-fache, wenn beide Eltern rauchen. Die Bereitschaft, in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören und in der Familie nicht zu rauchen, ist deshalb unbedingt zu fördern.

Forderungen:

Schwangere Raucherinnen sollten mit gezielten Rauchstopp-Angeboten dabei unterstützt werden, nachhaltig den Ausstieg zu schaffen. Da viele - gerade starke - Raucherinnen an einer Tabakabhängigkeit mit körperlicher und psychischer Ausprägung leiden, sind hier mehr und bessere Hilfsangebote nötig. Langfristig gilt es, die Quote der rauchenden jungen Mütter zu reduzieren. Hier ist eine wichtige Aufgabe der Politik, im Sinne der Primärprävention auch gesetzliche Maßnahmen zu beschließen, damit junge Frauen erst gar nicht mit dem Rauchen beginnen - z.B. "rauchfreie Schulen" gewährleisten.
Hierdurch könnte langfristig ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, dass nicht mehr - wie bisher - fast jedes zweite Kind in einer Familie aufwachsen muss, in der Vater und/oder Mutter rauchen. Schließlich müssen auch die Väter und Partner noch stärker als bisher in Tabakentwöhnungsmaßnahmen für junge Mütter integriert werden, denn nur wenn der Partner ebenfalls das Rauchen aufgibt, kann er seine Partnerin glaubhaft motivieren, für immer auf den Griff zur Zigarette zu verzichten.

Aktivitäten:

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einen Leitfaden zur Beratung von Schwangeren zum Rauchverzicht entwickelt, der breit an Gynäkologen und Hebammen gestreut wurde. Die Broschüren "Ich bekomme ein Baby - rauchfrei" und "Das Baby ist da - rauchfrei" richten sich ebenfalls an Eltern und geben Hilfen zum Rauchverzicht.
Im Auftrag des BMGS hat das Deutsche Krebsforschungszentrum die Broschüre "Passiv rauchende Kinder" entwickelt, die der Zielgruppe Journalisten, Fachkräften in der Pädagogik und Elternarbeit sowie politischen Entscheidungsträgern umfassende Informationen über das Passivrauchen und seine Gefahren insbesondere für Kinder zur Verfügung stellt. Auf der Basis dieser Broschüre wurde ein Flyer für Eltern von der BZgA entwickelt. Darüberhinaus entwickelt die BZgA ständig neue Materialien zum Rauchstopp. Ergänzt werden diese Angebote durch ein täglich erreichbares Beratungstelefon: 0 18 05-31 31 31.

Prävention von Unfällen, bei denen Kinder zu Schaden kommen:

Fakten:

Jährlich sterben mehr Kinder bei Unfällen als an Krebs- und Infektionskrankheiten zusammen. Damit sind Unfälle noch immer Todesursache Nr. 1 bei Kindern. Hinzu kommen die vielen Unfallverletzungen: rund 1,8 Millionen Kinder erleiden jährlich bei Unfällen Verletzungen, die ärztlich behandelt werden müssen. Neben den Straßenverkehrsunfällen, die in den letzten 30 Jahren um etwa 42 % reduziert werden konnten (1972: 71.000 Unfallverletzungen von Kindern im Straßenverkehr; 2002: 41.000) rücken auch immer mehr Heim- und Freizeitunfälle in den Blick: Verbrennungen, Ertrinkungsunfälle und Stürze spielen dabei die größte Rolle. Hier sind die Unfallzahlen mit rund 570.000 pro Jahr unverändert hoch.
Eltern und andere Betreuungspersonen kennen die Unfallrisiken für Kinder in den verschiedenen Altersgruppen häufig nicht. Experten schätzen, dass 60 % der Unfälle mit Kindern durch bessere Aufsicht oder Sicherheitsvorkehrungen vermeidbar sind.

Forderungen:

Durch Aufklärung und Information gilt es, ein höheres Bewusstsein für drohende Gefahren zu schaffen und gleichzeitig Handlungsanleitungen im Sinne der Prävention von Kinderunfällen zu geben. Eltern oder andere Betreuungspersonen sollten verstärkt dafür sorgen, dass Kinder sich regelmäßig und viel bewegen, denn Kinder mit guten motorischen Fähigkeiten sind weniger unfallgefährdet. Daneben gilt es, die Sicherheitserziehung langfristig so selbstverständlich werden zu lassen, wie es die Verkehrserziehung schon lange ist. Den Umgang mit Gefahrenquellen sollten Eltern mit ihren Kindern immer wieder üben, denn bei mehr als der Hälfte aller Unfälle spielen Verhaltensfaktoren eine Rolle.
Letztlich ist auch vorbildliches Sicherheitsverhalten bei Erwachsenen weiter zu fördern, und sie sollten dazu ermuntert werden, spezielle Erste-Hilfe-Maßnahmen für Kinder zu erlernen und regelmäßig aufzufrischen.

Aktivitäten:

Federführend bei der Prävention von Kinderunfällen im Heim- und Freizeitbereich ist in Deutschland die Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit (www.kindersicherheit.de), die 1997 auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit gegründet wurde und sich bis heute zu einem gemeinnützigen Verein, der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V., weiterentwickelt hat. Die BAG versteht sich als Dachverband für alle in der Unfallprävention engagierten Akteure. Zentrales Ereignis ist der Tag der Kindersicherheit, der jedes Jahr am 11. Juni mit einem Bündel von publikums- und medienwirksamen Maßnahmen begangen wird. "Seit ihrer Gründung hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit zu einer festen Größe auf dem Gebiet der Prävention von Kinderunfällen in Deutschland etabliert", konstatiert Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. International vertritt die BAG die deutschen Interessen in der Initiative SAFE KIDS Worldwide, in der die BAG seit Gründung im Oktober 2002 einen festen Sitz hat.

gez. Michaela Goecke
Bundesvereinigung für Gesundheit e.V.,
Projektkoordinatorin Weltgesundheitstag
Heilsbachstraße 30, 53123 Bonn
Tel :0228-9872718, Fax: 0228-6420024
mg@bvpraevention.de,
Symbol externer Link www.weltgesundheitstag.de


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