
Der Weltgesundheitstag wird in Deutschland seit 1955 mit einer nationalen Festveranstaltung begangen. Die Weltgesundheitsorganisation, die mit dem Weltgesundheitstag ihre Gründung am 7. April 1948 feiert, wählt hierzu jedes Jahr ein aktuelles globales Gesundheitsthema, das Interesse für ein bestimmtes gesundheitliches Anliegen wecken soll.
In Deutschland führt die Bundesvereinigung für Gesundheit e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung eine Eröffnungs- und Fachveranstaltung zum Weltgesundheitstag am 6. April 2005 im dbb-Forum Berlin durch.
Im Jahr 2005 jährt sich die deutsche Veranstaltung zum Weltgesundheitstag zum 50. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums ist die Publikation "50 Jahre Weltgesundheitstag in Deutschland -Die Geschichte des Weltgesundheitstages" erschienen (PDF 742 KB). Der Weltgesundheitstag steht im Jahr 2005 unter dem Motto "Mutter und Kind - Gesundheit von Anfang an!"
Mit diesem Schwerpunkt wählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Problembereich, der global von großer Bedeutung ist.Weltweit stirbt jede Minute eine werdende Mutter an Komplikationen in der Schwangerschaft, während oder kurz nach der Geburt.
Jährlich sind das etwa 529.000 Frauen, von denen 99% in Entwicklungsländern leben. Gerade in den armen Regionen der Welt ist eine hohe Müttersterblichkeit nach wie vor ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit. Die Geburtenraten sind dort oft sehr hoch und die medizinische Versorgung sowie die hygienischen und sozialen Verhältnisse ungenügend. Dies hat auch eine hohe Säuglingssterblichkeit zur Folge: von 1.000 Lebendgeburten sterben dort mehr als 80 Kinder im ersten Lebensjahr.
In den Industrienationen ist dank des medizinischen Fortschritts und der allgemein guten Lebensbedingungen die Mütter- und Säuglingssterblichkeit stetig gesunken.
Gründe dafür sind in Deutschland zum Beispiel:
Diese Entwicklungen haben über die Jahre dazu geführt, dass Deutschland sowohl bei der Mütter- als auch bei der Kindersterblichkeit im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen überdurchschnittlich abschneidet.
Und dennoch gibt es wichtige offene Handlungsfelder, die für die Gesundheitsförderung bei Müttern und Kindern - gerade auch bei Kleinkindern - besonders relevant sind: Neben den sozialen Rahmenbedingungen, die für Mutterschaft eine Rolle spielen, sind dies vor allem zwei Schwerpunktthemen, mit denen sich der Weltgesundheitstag 2005 im besonderen beschäftigen wird.
In Deutschland rauchen etwa 20 Prozent der Mütter. Jedes zweite Kind wächst in einem Haushalt auf, in dem geraucht wird. Die gesundheitlichen Belastungen für Kinder sind dabei enorm. Durch das unfreiwillige Mitrauchen wird bereits das ungeborene Leben geschädigt. Auch Babys und Kleinkinder, die sich größtenteils im Hause aufhalten, können durch das Rauchen der Eltern krank werden.
Etwa 1,8 Million Kinder erleiden in Deutschland jährlich einen Unfall, der eine ärztliche Behandlung erfordert. 504 Kinder starben im Jahr 2002 bei Unfällen, in erster Linie bei Verkehrs-, Ertrinkungs- und Verbrennungsunfällen. Jährlich sterben mehr Kinder bei Unfällen als an Infektions- und Krebserkrankungen. Unfälle zählen damit zu den größten Gesundheitsgefahren für Kinder.
Der Weltgesundheitstag 2005 informiert über Risiken und zeigt gleichzeitig Wege auf, wie jede einzelne Mutter, aber auch Väter und andere Bezugspersonen, zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Kindern beitragen können. Gleichzeitig werden gesellschaftliche und politische Initiativen vorgestellt, die sich auf Bundes- oder Landesebene die Förderung von Mutter- und Kindgesundheit zur Aufgabe gemacht haben.
Mütter können viel für die Gesundheit ihrer Kinder und für ihre eigene Gesundheit tun,wenn sie Gesundheitsrisiken erkennen und im täglichen Leben berücksichtigen. Aufklärung und Unterstützung sind hierbei wichtige gesellschaftliche Aufgaben.